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Bericht von JP vom 5
Bericht von JP vom 5.7.2003:
Heute also mein erster Zwischenbericht aus Nitra.
Nachdem wir Montag (30.6) abend hier angekommen sind, waren wir natürlich
gleich
am Dienstag in der Luft. Geflogen sind wir von Nitra bis in die nördlichste
Ecke der Slowakei, hinauf bis zum Orava Stausee. Distanz: eine Strecke 160km,
10km vor der polnischen Grenze. Echt ein toller Flug, weil wieder mal von der
Landschaft her segelfliegerisch alles dabei war. Angefangen im Flachland,
flogen wir über das hügelige Gelände nördlich von Nitra bis ins Gebirge, wo
die
Berge bis zu 2000m hoch sind. Also in der Slowakei Segelfliegen ist echt
ein
Erlebnis, die Landschaft ist sehr beeindruckend, weil die topografische
Bandbreite einfach enorm groß ist. Nach Süden von Nitra aus erstrecken sich
große
Ebenen bis zur Donau, die dann die Slowakei von Ungarn trennt. Dort ist es
komplett flach, trotzdem thermisch sehr ergiebig. Nach Norden und Nordosten
erstreckt sich ein hügeliges Gelände, vergleichbar ein bisschen mit dem
Mühlviertel, bevor sich dann ca. 100km nordöstlich die hohen Berge der Fatra,
niederen und hohen Tatra auftun. Also landschaftlich ist die Slowakei echt ein
Erlebnis!!
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zog eine Kaltfront durch und
bescherte uns dann am Mittwoch ein tolles Rückseitenwetter mit vielen
herrlichen
Cumulus Wolken. Dennnoch beschlossen wir, an diesem Tag nicht zu fliegen und uns
einigen anderen Dingen zu widmen. Ich montierte am Flieger die Mückenputzer
und brachte die Wendepunkte in meinen Logger und Bordrechner. Die anderen
gingen zur technischen Abnahme, die bei einem Wettbewerb dieser Größenordung
vorgeschrieben ist. Dort wird der Flieger angeschaut, ob eh' nicht irgendwelche
unerlaubten Modifikationen vorgenommen wurden und ob alles den Regeln
entspricht.
Donnerstag war aufgrund des Wetters Ruhetag, am frühen Nachmittag gab's
einige Gewitter. Im Nachhinein gesehen wäre es besser gewesen, am Vortag zu
fliegen und den schlechteren Tag für die Vorbereitungen zu verwenden. Aber wie
das
Leben halt so spielt, man ist im Nachhinein immer gescheiter ;-).
Gestern flogen wir dann wieder, und weil es der erste fliegbare Tag des
offiziellen Trainings war, gab's auch eine Wertung. Ausgeschrieben war eine
Aufgabe mit 2 Wendegebiete, also eine sogenannte Assigned Area Task. Flugzeit
war
2 Stunden, und je nachdem, wo man in den Gebieten wendete, ergab sich eine
Distanz zwischen 93 und 186 Kilometern. Das Wetter entwickelte sich aber besser
als von den Tasksettern erwartet, und so reizte ich die Wendegebiete
ziemlich aus.
Überhaupt lief's bei mir recht gut, ich war schnell unterwegs und hatte viel
Spaß bei dem Flug. Über den Großteil der Strecke flog ich mit Hilli, meinem
Innsbrucker Teamkollegen in der Klubklasse, in einem aufgelockerten Verband.
Eigentlich war das gar nicht unsere Absicht, aber unsere Kurswahl war immer
sehr ähnlich. Wir hatten sehr viel Spaß bei unserem Flug, mal war ich ein Stück
weiter vorne, manchmal er und so gab der Vordere dem Hinteren immer
Informationen in Bezug auf Steigwerte durch. Ich denke, wir bilden ein sehr
gutes
Team.
Das Ergebnis war gestern auch alles andere als schlecht, in der Tageswertung
wurde ich Zehnter!! Und das bei 32 gestarteten Teilnehmern, da bin ich echt
zufrieden. Hilli wurde Neunter, nur einen Punkt vor mir, das bedeutet bei
fast gleicher Distanz war er bei einer Flugzeit von 2 Stunden und 5 Minuten
ganze 13 Sekunden schneller.
Dennoch muß man das Ergebnis ein bisschen kritisch betrachten, die starke
deutsche Mannschaft ist zum Beispiel nur spazieren geflogen und sind damit nur
ganz hinten in der Wertung zu finden. Beim eigentlichen Wettbewerb ist dann
mit denen sicher noch zu rechnen. Die starke französische Mannschaft machte
auch einen taktischen Fehler, die sind also auch noch einzukalkulieren.
Heute ist die offizielle Eröffnung der WM, da werden die ganzen Teams am
Hauptplatz von Nitra vorgestellt und auch eine kleine Flugvorführung wird's für
die Bevölkerung geben. Da wir deswegen bis spätestens 16 Uhr landen hätten
müssen, verzichteten wir heute auf einen Start. Ich denke, wir werden in den
kommenden 2 Wettbewerbswochen auch noch genug fliegen und so spare ich auch
ein bisschen Energie dafür.
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